Ursache sind hohe Beschaffungskosten und neue Belastungen zur Sicherung des Gasmarktes.

Seit Monaten sind sie das beherrschende Thema: hohe Energiepreise. Die Kunden der Stadtwerke Ingolstadt allerdings waren bisher davon verschont geblieben, denn die risikominimierende Energiebeschaffung im Voraus hat dafür gesorgt, dass die Preise für die SWI-Kunden konstant bleiben konnten – trotz der Turbulenzen und Preissprünge an den Energiemärkten, die bereits Mitte 2021 begonnen hatten und seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine immer neue Höhen erreichten.

Ab dem Herbst ist dies leider aber nicht mehr möglich. Denn dann liefern auch die SWI Energie an ihre Kunden, die sie u.a. einkaufen mussten, als die Beschaffungsmärkte bereits begonnen hatten, stetig zu steigen und zuvor nie dagewesene Preise aufzurufen. „Wir konnten unsere treuen Bestandskunden lange vor Preiserhöhungen schützen, ab dem Herbst ist dies aufgrund immens gestiegener Beschaffungspreise leider nicht mehr möglich“, sagt SWI-Geschäftsführer Matthias Bolle. So müssen die Strompreise – den Wegfall der sogenannten EEG-Umlage berücksichtigen die Stadtwerke bereits seit 1. Juli – zum 1. Oktober ansteigen. Diese Preiserhöhung macht rund 40 Prozent aus, ausgehend vom Strompreis vor dem 1. Juli 2022 - und damit den längsten Zeitraum in der laufenden Abrechnungsperiode - als die EEG-Umlage wegfiel und der Preis vorübergehend für die drei Monate bis zum 1. Oktober gesunken ist. Die Gaspreise werden voraussichtlich zum 1. November angepasst, der Umfang der Erhöhung ist allerdings noch offen. 

„Uns ist bewusst, dass die anstehenden Preiserhöhungen spürbare Belastungen mit sich bringen. Deshalb wollen wir bewusst gegensteuern und arbeiten auf mehreren Ebenen daran“, erklärt Bolle. So bieten die Stadtwerke unter sw-i.de/gemeinsam-sparen bereits konkrete Tipps und Informationen zum Energiesparen, arbeiten an einer Kampagne, die die Motivation dazu erhöhen soll, und sind in Abstimmung mit der Stadt Ingolstadt und den Wohlfahrtsverbänden dabei, eine Hilfe für Kunden auf die Beine zu stellen, die durch die neuen Energiepreise in finanzielle Engpässe geraten.

Der etwas spätere Zeitpunkt für die Gaspreiserhöhung ergibt sich aus der bisher lediglich angekündigten aber noch nicht in der Höhe ausgestalteten Umlage nach §26 Energiesicherheitsgesetz, die eingeführt wird, um die Kosten für die Sicherung des Gasmarktes – etwa zur Stützung des Gasgroßhändlers Uniper – zu finanzieren und die alle Kunden über einen Aufschlag auf jede verbrauchte Kilowattstunde tragen werden müssen. „Wir wollen die Kunden nicht noch weiter verunsichern, und die Preisanpassung erst umsetzen, wenn alle Karten auf dem Tisch liegen. Ein positiver Nebeneffekt: Das Gas bleibt einen Monat länger günstig“, so Bolle.

Über beide Preisänderungen und die genaue Höhe informieren die Stadtwerke ihre Kunden per Brief oder digital, eine Änderung des Abschlags ist nicht nötig – dieser wird mit der nächsten Jahresverbrauchsabrechnung automatisch für die Zeit nach 1. Oktober 2022 angepasst.


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