
Der Kosten- und Komfortcheck für den Alltag
Elektromobilität ist längst kein Nischenthema mehr. Immer mehr Menschen entscheiden sich für ein Elektroauto – nicht nur aus Umweltgründen,
sondern auch wegen der attraktiven Betriebskosten. Gleichzeitig fragen sich viele Autofahrerinnen und Autofahrer: Lohnt sich der Umstieg wirklich? Ein Vergleich zeigt, wie E-Autos im Alltag gegenüber Benzinern und Dieselfahrzeugen abschneiden und warum die Elektromobilität inzwischen für viele Menschen
eine echte Alternative ist.
Was kostet das Fahren wirklich?
Der größte Unterschied zeigt sich bei den laufenden Kosten pro 100 Kilometer. Dabei kommt es entscheidend darauf an, wo geladen wird.
Für einen Vergleich betrachten wir typische Mittelklassefahrzeuge:
| Verbrenner | Verbrauch pro 100 km | Kraftstoffpreis pro Liter | Kosten pro 100 km |
|---|
| Benziner | 7 Liter | 2,00 € | 14,00 € |
| Diesel | 6 Liter | 1,90 € | 11,40 € |
| Elektroauto | Verbrauch pro 100 km | Strompreis pro kWh | Kosten pro 100 km |
|---|
| Laden zu Hause | 20 kWh | 35 Cent | 7,00 € |
| Öffentliche AC-Ladesäule | 20 kWh | 45 Cent | 9,00 € |
| Öffentlicher DC-Schnelllader | 20 kWh | 55 Cent | 11,00 € |
Das zeigt: Wer überwiegend zu Hause oder an öffentlichen AC-Ladesäulen lädt, fährt häufig günstiger als mit einem vergleichbaren Benziner und oftmals auch günstiger als mit einem Diesel. Doch selbst bei regelmäßigem Laden an Schnellladestationen bewegen sich die Energiekosten vielfach auf einem ähnlichen
Niveau wie bei modernen Dieselfahrzeugen. Schnelllader werden zudem hauptsächlich auf längeren Reisen genutzt und machen im Alltag oft nur einen
kleineren Teil der Ladevorgänge aus.
Weniger Wartung, weniger Verschleiß
Die Betriebskosten beschränken sich jedoch nicht nur auf Strom oder Kraftstoff. Ein weiterer Vorteil von Elektrofahrzeugen liegt im geringeren Wartungsaufwand. Ein Elektromotor besteht aus deutlich weniger beweglichen Teilen als ein Verbrennungsmotor. Dadurch entfallen
beispielsweise:
- Ölwechsel,
- Zündkerzenwechsel,
- Kupplungsreparaturen,
- Wartungen an der Abgasanlage,
- viele motorbezogene Verschleißteile.
Hinzu kommt die sogenannte Rekuperation. Dabei wird beim Bremsen Energie zurückgewonnen und in die Batterie eingespeist. Gleichzeitig werden die mechanischen Bremsen geschont, was den Verschleiß reduziert und die Wartungskosten weiter senken kann.
Die Reichweitenfrage verliert an Bedeutung
Noch vor wenigen Jahren galt die Reichweite als eines der größten Hindernisse für die Elektromobilität. Moderne Elektrofahrzeuge erreichen heute jedoch
häufig Reichweiten zwischen 300 und 500 Kilometern, manche Modelle sogar deutlich darüber.
Für die meisten täglichen Fahrten ist das mehr als ausreichend. Schließlich legen viele Autofahrer im Alltag nur wenige Dutzend Kilometer zurück. Wer zu Hause oder am Arbeitsplatz laden kann, startet praktisch jeden Morgen mit einem nahezu vollgeladenen Fahrzeug.
Laden wird immer einfacher
Parallel zur steigenden Zahl von Elektrofahrzeugen wächst auch die Ladeinfrastruktur kontinuierlich. Die Sorge, unterwegs keinen Ladepunkt zu finden, verliert
zunehmend an Bedeutung. Deutschlandweit standen Anfang 2025 bereits rund 160.000 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung. Darunter befanden
sich etwa 36.000 Schnellladepunkte, die insbesondere auf längeren Fahrten ein zügiges Nachladen ermöglichen. Das öffentliche Ladenetz wächst damit kontinuierlich weiter und macht Elektromobilität sowohl im Alltag als auch auf Reisen immer komfortabler.
Auch in Ingolstadt wurde das Ladenetz in den vergangenen Jahren konsequent ausgebaut. Die Stadtwerke Ingolstadt betreiben mittlerweile rund 200 Ladepunkte im Stadtgebiet. Damit stehen Bürgerinnen und Bürgern zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung, ihr Fahrzeug bequem beim Einkaufen, während
eines Arztbesuchs, am Arbeitsplatz oder in der Innenstadt zu laden. Das dichte Ladenetz sorgt für mehr Flexibilität und macht Elektromobilität immer alltagstauglicher.
Fahrspaß inklusive
Wer zum ersten Mal ein Elektroauto fährt, ist oft überrascht. Elektromotoren liefern ihr volles Drehmoment praktisch aus dem Stand. Das sorgt für eine direkte
Beschleunigung und ein besonders dynamisches Fahrgefühl. Zudem fahren E-Autos nahezu geräuschlos. Weniger Lärm und Vibrationen erhöhen den Komfort für Fahrer, Passagiere und das Umfeld gleichermaßen.
Fazit: Elektromobilität wird zunehmend wirtschaftlich
Ob sich ein Elektroauto lohnt, hängt immer vom individuellen Fahr- und Ladeverhalten ab. Fest steht jedoch: Wer überwiegend zu Hause oder an öffentlichen
Ladesäulen lädt, kann bei den Energiekosten meist günstiger unterwegs sein als mit einem Benziner und oft auch günstiger als mit einem Diesel. Hinzu kommen
geringere Wartungs- und Verschleißkosten sowie ein hoher Fahrkomfort.