Die Stadtwerke Ingolstadt investieren in ein neues Diagnosefahrzeug mit integriertem Messsystem zur Vorbeugung von Stromausfällen.

Viereinhalb Tonnen schwer, ein Kofferraum voll mit Hightech-Ausstattung und täglich im Einsatz: Die SWI haben das neue Messfahrzeug Centrix Evolution angeschafft und damit den Vorgänger abgelöst, der bereits 14 Jahre im Dienst gestanden war. Das neue Messmobil mit modernster Technik stellt vor allem eines dar: Eine Investition in die Versorgungssicherheit der Region.

Nur noch eine Störung pro Jahr statt 15 

Die Funktionen des Diagnoseautos sind vielfältig. Es ermöglicht, Kabelfehler zu lokalisieren, Kabelzustände zu analysieren, Feuchtigkeit zu diagnostizieren und Teilentladungen zu erkennen. „Dadurch können Störungen schon im Vorfeld verhindert und Fehler schneller behoben werden“, erklärt der Stadtwerke-Messtechniker Konstantin Benedikter. Innerhalb der letzten 14 Jahre konnten mit Hilfe des Vorgängerfahrzeugs über 200 Mängel beseitigt und die Störungen im Mittelspannungsbereich deutlich reduziert werden – von etwa durchschnittlich 15 pro Jahr auf lediglich eine. Stromausfälle rechtzeitig abzuwenden sei laut Benedikter Gold wert, da bei Mittelspannungsausfällen durchaus mehrere tausend Kunden gleichzeitig betroffen sein können.

Fehlersuche und Störungsvermeidung 

Aufgrund der Erfolgsbilanz und der verbesserten Technik folgte jetzt die Anschaffung des neuesten Hightech-Modells, das noch präziser arbeitet und weitere Vorteile mit sich bringt. Weil das neue Diagnosefahrzeug zwei Messsysteme kombiniert – die Kabelfehlersuche und -ortung sowie die Prüfung und Kabeldiagnose – benötigen die SWI keinen zusätzlichen Messwagen – das spart mehrere tausend Euro. Die Fehlersuche wird eingesetzt, wenn bereits eine Störung eingetreten ist: Das Fahrzeug sucht den betroffenen Kabelabschnitt, erkennt die Fehlerart und lokalisiert die genaue Schadstelle im Boden. Selbst schwer auffindbare Fehler lassen sich durch die neue Verortungstechnik sichtbar machen. „Das hat es in unseren älteren Messwagen noch nicht gegeben“, erklärt Benedikter. Das sei jedoch besonders wichtig, da dadurch nicht der gesamte Kabelstrang auf vielen Metern freigelegt werden muss.  So wird die Reparatur schneller und die Versorgungsunterbrechung kürzer. 

Die Prüfung und Diagnose dienen dagegen der vorbeugenden Untersuchung, sodass Schwachstellen frühzeitig erkannt werden, bevor es überhaupt zu einem Stromausfall kommt. Durch Montagefehler, unbemerkte Beschädigungen und das Ankratzen von Kabeln auf Baustellen kommt es zwar oft noch nicht sofort zu einem Stromausfall, doch die Schäden entwickeln sich über die Zeit. Dass dies zu einem Kurzschluss führt, verhindert das Diagnosefahrzeug, das genau diese Schäden erkennt, bevor sie zum Problem werden.  So kann das Kabel vorbeugend und zielgenau ausgetauscht werden. 

Zustandsorientierte statt zeitorientierter Instandsetzung

Diese Herangehensweise markiert bereits seit 2012 – mit der Einführung des Vorgängerfahrzeugs – einen Zeitenwechsel in der Instandhaltung. Wurden zuvor Kabel ausschließlich aufgrund ihres Alters ausgetauscht, ist seither der vom Diagnosefahrzeug festgestellte Zustand ausschlaggebend. Das spart Aufwand, Geld und vermeidet Baustellen. „Mit der Investition in das neue Diagnosefahrzeug stärken wir die Zuverlässigkeit der Netze und erhöhen die regionale Versorgungssicherheit. Das ist uns ein sehr wichtiges Anliegen“, so Hubert Stockmeier, Geschäftsführer der Stadtwerke Ingolstadt Netze GmbH. Das Hightech-Fahrzeug wird die Stadtwerke in Zukunft dabei begleiten, Kunden sowie Unternehmen vor Stromausfällen zu bewahren und dazu beitragen, dass der Strom in der Region verlässlich fließt.

Infokasten: Die positiven Auswirkungen des Diagnosefahrzeugs schlagen sich auch in den Zahlen der Bundesnetzagentur nieder: Während die Bürger 2024 im bundesweiten Durchschnitt bis zu 11,6 Minuten im Dunkeln saßen, waren die Kunden der Stadtwerke Ingolstadt im gleichen Jahr nur durchschnittlich 0,7 Minuten von einem Stromausfall betroffen – der niedrigste Wert seit jeher.